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Geisenheimer Rothenberg: Die Wiederentdeckung einer großen Lage...

Lagenklassifikation von 1867

... wurde mit der Entdeckung der ältesten Lagenklassifikationskarte der Welt in 2011 (Pressemeldung des Tre Torri Verlages vom 11. März 2011) nun auch ans Licht der Öffentlichkeit gerückt. Aber der Reihe nach:

In den 80er Jahren konnten wir knapp 6 ha der Steillagen im Geisenheimer Rothenberg über einen langfristigen Pachtvertrag in unsere Bewirtschaftung nehmen. Dieser Weinberg war und ist bis heute eines der Kernstücke für unseren Geheimrat "J". Unter der Führung unseres damaligen Betriebsleiters Oliver Haag aus Brauneberg haben wir aus diesem Terroir mit dem Jahrgang 2000 eine Offensive im Bereich edelsüßer Weine gestartet. Dieser hatte seinen ersten Höhepunkt bei der New York Wine Experience im Jahr 2003, als wir einen edelsüßen Rothenberg am Time Square vor 1500 internationalen Weinfreaks präsentieren durften.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends konnten wir mit den Jahren 2003, 2005 und 2007 jeweils mit einer Rothenberg Trockenbeerenauslese die 300° Oechsle Marke einstellen und in den Jahren 2005, 2007 und 2009 markierte jeweils eine Trockenbeerenauslese dieser Lage den Deutschlandrekord der Mostgewichte.

Im Jahr 2010 nutzten wir eine historische Chance, insgesamt 5,6 ha Steillage unterhalb der vorderen Abbruchkante im Geisenheimer Rothenberg zu erwerben. Die Rebstöcke an dieser Stelle sind zwischen 24 und 56 Jahre alt.

Im gleichen Jahr stellten wir auch erstmals unseren großen trockenen Terroirwein aus dieser Lage vor. Mit extremster Selektion und Reduktion des Flächenertrags konnten wir einen trockenen Wein von einer Fülle und Wucht vinifizieren, der nun sozusagen als Kontrastfolie zu unserem Geheimrat "J", der den eleganten und mineralischen Riesling repräsentiert, unser Spitzensegment abrundet. Dieser erste Jahrgang 2009 war innerhalb weniger Monate ausverkauft.

Als im März 2011 die Meldung vom Sensationsfund der ältesten Lagenklassifikationskarte der Welt durch den Äther ging, waren wir hoch erfreut, eine fast 150 Jahre alte Bestätigung unserer eigenen Annahmen zu finden. Den Steillagen im Geisenheimer Rothenberg wird auf dieser Karte der höchste Status der Klasse I. zugeordnet. Somit befand er sich schon 1867 in der noblen Gesellschaft von den Rüdesheimer Berglagen, Schloss Johannisberg, Steinberg, Marcobrunn und Gräfenberg, nur um die wichtigsten zu nennen. 

Vielleicht hatten wir dieses Potential erahnt. Schon im Jahr 2006 hatte Michael Broadbent in einem Artikel der englischen Fachzeitschrift Dekanter ( "The Price of Pricelessness", Oktober 2006, S. 21) den Geisenheimer Rothenberg in einem Atemzug mit dem Johannisberger Schlossberg, bei einem Vergleich unserer 2005er Trockenbeerenauslese mit dem legendären 1775er Jahrgang von Schloss Johannisberg, genannt. Im Falstaff Weinguide 2017 punkten die beiden 2015er TBA 230° und 190° mit jeweils 99 bzw. 98 Punken.

 

Zu den Weinen aus dem Geisenheimer Rothenberg

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