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Erntebericht 2014

Vegetationsverlauf: Nach einem milden Winter (der keiner war!) startete die Vegetation extrem früh: Am 7. April wurde der früheste Austrieb in der phänologischen Reihe registriert, die bis ins Jahr 1955 zurück reicht. Ein früher Austrieb ist nicht unproblematisch, weil damit die Zeitspanne der Spätfrostgefährdung verlängert wird. Tatsächlich gab es am 16. und 17. April zwei Nächte mit kritischen Temperaturen, die nur mit einem „blauen Auge“- sprich leichten Frostschäden in den klassischen Senken überstanden wurden.

Nachdem die ersten Monate des Jahres durchweg zu warm und bis Mitte April auch zu trocken gewesen waren, fiel der Mai etwas zu kühl aus. Zwischen Austrieb und Blüte war die Witterung „durchwachsen“. Dennoch lag auch die Blüte rund 12 Tage früher als im langjährigen Mittel. Das warme und trockene Blütewetter führte zu einem guten Fruchtansatz.

Im Juni waren die Böden noch trocken, das Wasserdefizit lag Ende Juni in Geisenheim bei 85 mm - das entspricht der Regenmenge von fast zwei Monaten! Im Anschluss fielen Juli und August viel zu nass aus. Aus einem Defizit von 85 mm am 5. Juli wurde bis Mitte September ein Überschuss von 80 mm. Im Juli und August fiel das Doppelte bis Dreifache der normalen Monatssummen. Durch die nassen Böden nahmen die Beeren vermehrt Wasser auf, was bei kompakten Trauben teilweise zum Aufplatzen sowie zu Abquetschungen führte.

Im warmen September sorgte das nasse Wochenende vom 20. auf den 21. für eine weitere Verschärfung der Situation. Die durch die hohen Temperaturen geförderte zunehmende Fäulnis erzwang eine rasche Lese. Nur dort, wo mit intensiver Negativ-Selektion gearbeitet wurde, gab es Chancen auf Spitzenprodukte. Dies ging einher mit zum Teil extremen Ernteverlusten. Der Beginn der Hauptlese um den 25.09. lag damit rund 16 Tage vor dem langjährigen Mittel (1981 bis 2010).

Die Vorselektionen in den Weinbergen starteten am 22.09.2014, die Hauptlese wurde am 25.09.2014 begonnen und endete nach 17 Lesetagen am 14.10.2014.

In den Steillagen im Rüdesheimer Berg konnten wir durch extreme Selektion gesunde Trauben für hochwertige Weine erzielen. Auch auf der Gewinnerseite sind ganz sicherlich der Rothenberg und der Kläuserweg. Hier konnten wir gesunde Trauben zwischen 90° und 94° Oe ernten.

Auch wenn es bei dem einen oder anderen Wein mengenmäßig nicht sehr rosig aussieht, können wir bedingt durch die Arbeit vieler Hände das gesamte Programm darstellen. Getreu dem Motto von Julius Wegeler „Qualität ist unsere Philosophie“ zeigen die Jungweine enorme Rasse und Frucht.

Nach Abschluss der Haupternte widmeten wir uns den edelsüßen Weinen. In tagelanger Arbeit konnten wir bis zum 12.11.2014 eine feine Auslese mit über 130° Oe und zwei Trockenbeerenauslesen mit 176° und 200° Oe bei Säuren von 11,5 bis 13 g/l ernten.

Mostgewichte: 72° Oechsle - 200° Oechsle

Säurewerte: 7,5 g/l - 13,0 g/l

Lesedauer: 25. September bis 14. Oktober

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