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Bernkasteler Doctor

Die Geschichte

Die ersten Erwähnungen des Weinbergs stammen aus dem frühen 17. Jahrhundert. Die wichtigsten Eigentümer in dieser Zeit waren der Trierer Kurfürst Philipp Christoph von Soetern und Kurfürst Carl Casper von der Layen. Erstmalig wurde die Bezeichnung "Doctor" im Jahre 1736 schriftlich erwähnt. Der Name "Doctor" geht wohl auf den zwischenzeitlichen Besitzer Hr. Heinrich Linden, Geistlicher Rat und Kanoniker am Simeonstift zu Trier zurück.

Unter Carl Casper von der Layen wurden bereits 1722 die ersten Rieslingreben gepflanzt. Durch aufwendige Sprengungen des "Weißensteins" wurde die Fläche vergrößert. 

Eine Besonderheit ist der Doctorkeller. Zwischen 1650 und 1850 wurden zwei Kellerröhren mit 40 und 70 Meter in den Berg getrieben. Mit einer konstanten Temperatur von 10°C und einem Fassungsvermögen von 200 Fuderfässern ist dieser Keller noch heute im Besitz der Familie Wegeler. 

Wie alle Nationalgüter des Deutschen Reichs, wurde auch der "Doctor" durch die französische Verwaltung im Zuge der Säkularisierung um 1804 enteignet und in Paris versteigert. Den Zuschlag erhielt der Bernkasteler Bürgermeister. In Folge blieb der "Doctor" bis zum Jahr 1900 in der Hand der Familie Cetto und dann Kunz. 

Von Bürgermeister Kunz erwarb Julius Wegeler für die Familie im Jahr 1900 ein großes Stück des "Doctors". Durch weiteren Ankauf im Jahre 1910 wurde Wegeler bis heute zum größten Eigentümer im Bernkasteler Doctor. Im Rahmen des 1971er Weingesetzes sollte der Doctor durch Einbeziehung mittelmäßiger Flächen auf über 5 Hektar vergrößert werden. In einer der längsten juristischen Auseinandersetzungen der deutschen Weingeschichte gelang es Rolf Wegeler, dieses zu verhindern.

Die 400 jährige Wertschätzung des Weinbergs weisst ihn als wirklichen Grand Cru auf deutschem Boden aus. Nirgendwo sonst trifft der Spruch "klein,aber fein" so zu, wie auf den Doctorberg in Bernkastel. Weltweit ist der "Doctor" Synonym für grandiose Rieslingweine. 

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